Kristina Schulz

« Nur ein Durchgangsland » ? Schweizer und transnationale Perpsektiven auf das Exil 1933-1945 

Ausgehend von einer Untersuchung der schweizerischen Reaktionen auf die Ankunft von Flüchtlingen, die den Einflussbereich der Nationalsozialisten verlassen mussten, stellt das Referat die Grundzüge einer um die Perspektive des Ankunftslandes erweiterten transnationalen historischen Exilforschung zur Diskussion. Dazu wird, erstens, das Selbstbild der Schweiz als „Durchgangsland“, das sich in entsprechenden gesetzlichen Regelungen und Maßnahmen  niederschlug, befragt, bevor, zweitens, die Dimensionen des Transits (Einreisen, Ausreisen, Zahl der auch nach dem Krieg in der Schweiz Verbliebenen) abgesteckt werden. Drittens geht es darum, den Gebrauchswert einiger gängiger Fragen bzw. Theoreme der transnationalen Geschichte für die historische Exilforschung (besonders: reziproke Wahrnehmung und Konstruktion des Fremden; Transnationalität vor Ort: getrennte Gesellschaften oder integrierte Milieus?; Remigrationsgeschichte als Transfertgeschichte) zu diskutieren. Vor diesem Hintergrund sollen, viertens, Erwartungen an und Herausforderungen für eine um die Perspektive des Ankunftslandes erweiterte transnationale historische Exilforschung formuliert werden.

Dr. Kristina Schulz ist Inhaberin einer Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds und Privatdozentin am Historischen Institut der Universität Bern. Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte an den Universitäten Freiburg/Br., Bielefeld und Paris 7. Studienaufenthalte an der EHESS und am Institut d’Histoire du Temps présent. Nach Abschluss Oberassistentin, zunächst in Genf, dann am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Lausanne. Stipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds. 2008 bis 2009 Habilitationsförderung durch das Marie-Heim-Voegtlin-Programm des Schweizerischen Nationalfonds. Ihre Habilitationsschrift trägt den Titel: „’Schreiben kann man überall’? Die Schweiz und die literarischen Flüchtlinge 1933-1945“ (erschienen 2012 im Akademie-Verlag unter dem Titel „Die Schweiz und die literarischen Flüchtlinge 1933-1945“). Die Bedingungen und Auswirkungen des historischen Exils aus der Sicht des Ankunftslandes stellen auch weiterhin einen Forschungsschwerpunkt dar.

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